Festlechkeeten zum 75. Jubiläum
Dahlem, ein Dorf mit Tradition
Dahlem, bei Garnich, ist eines jener Dörfer, welche in den letzten hundert Jahren sich vom rein bäuerlichen Werkraum zum vorwiegend bürgerlichen Wohnraum verändert haben.
Es fällt auf, daß nur wenige stattliche Häuser das Gesicht der Ortschaft prägen. Die meisten Bauten sind schmucke Wohnungen, entstanden in den letzten fünf Jahrzehnten.
Die behäbigen Bauernhäuser stehen im Umkreis der Dorfkapelle, die erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Am 17. Mai 1785, am Fest des hl. Pankratius, wurde die alte "königliche" Pfarrkirche von Dahlem und der Dorfkern durch eine Feuersbrunst zerstört. Nach dieser Brandkatastrophe wohnte der Pfarrer in Sprinckingen und benutzte die dortige Kirche als Pfarrkirche. Das Dorf Dahlem erholte sich nur langsam.
Im Verzeichnis der "Feuerstätten" vom Jahre 1611 werden die Hausnamen Barthel, Arestorf, Niclaus, Schoumachers, Schroeder, Thernes, Nicles und Theis genannt. Im Jahre 1656 sind es die Hausnamen Meyers, Nicles und Schmidts.
Einige Benennungen, wie sie der Volksmund jahrhundertelang kannte und gebrauchte, haben sich bis in unsere Zeit hinein gerettet. Unter ihnen sticht der ortsübliche Name "a Neckels" hervor.
Am 16. Februar 1725 starb in Dahlem Johann Nickels im Alter von 88 Jahren. Am 7. Oktober 1729 starb Magdalena Nickels. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, daß beide die Eltern sind von Michel Nickels, der bereits im Jahre 1767 erwähnt wird als ein Mann, der in den besten Mannesjahren stand. Als Bernard Büringer, Pfarrer von Dahlem und gelehrter Buchautor der "Serta moralia", gedruckt bei Jakob Ferry in Luxemburg zwischen 1710 und 1717, im "Barthelshaus in Dahlem nechts Sprinckingen", dem Matheis Arendts 32 Reichsthaler "zur Erkaufung einiger Früchten in diesem fehlbaren Jahr" lieh, war Michel Nickels Zeuge. Am gleichen Tag, dem 15. April 1707, hatte Jakob Meyer 24 Thaler geliehen, ebenfalls "zur Unterhaltung seiner Hausstatt in diesen teueren Zeiten". Michel Nickels bestätigte dem Dorfpfarrer auch 24 Thaler erhalten zu haben. Als Pfand gab er seine Wiese "im Brühl, die höheren genannt".
Jener Winter 1708-09 war für die Bauern ein katastrophaler. "Alle ausgesäte Hartfrucht erfror", schrieb Professor Arthur Schon in seinem Werk "Zeittafel für die Pfarreien". Die Lenzfrucht konnte nicht zur rechten Zeit in den Boden kommen, so daß es im Sommer 1709 keinerlei Getreide und kein Stroh gab. Dazu herrschten überall Krieg, Kontributionen, Teuerung und Hungersnot. Das Holz war billig geworden, denn der Frost hatte ganze Wälder vernichtet und mächtige Eichen gespaltet. Wenn bis dahin die Wärme des Küchenherds durch die "Takeplack" in den nächstliegenden Raum übertragen wurde, schreibt P.J. Müller in seinen "Tatsachen zur Geschichte des Luxemburger Landes", dann kam jetzt die Errungenschaft der Eisenhütten in Form der runden Of en und später in Form von Kolonnenöfen in den alltäglichen Gebrauch.